Postkartenkampagne „Wir leben die Vielfalt“

Im Rahmen der Postkarten-Kampagne der 3. Hirschfeld-Tage stellen wir vier bedeutende Persönlichkeiten der LSBTTIQ-Geschichte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor.

Rudolf Brazda

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(1912–2014), geboren im thüringischen Brossen, geriet mit 24 Jahren aufgrund seiner Homosexualität ins Visier der Nationalsozialisten. Von 1942–1945 musste er Zwangsarbeit im Konzentrationslager Buchenwald in Weimar verrichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte er nach Frankreich aus. Als letzter bekannter schwuler Überlebender der Konzentrationslager weihte er am 26. Juni 2011 in Berlin das Denk mal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mit ein.

Mehr Infos zu Rudolf Brazda finden Sie auf der Website der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Lili Elbe

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(1882–1931) war eine dänische Malerin. Sie gilt als weltweit erste Transfrau, die sich geschlechtsangleichenden Operationen unterzog. Sie kämpfte „gegen die Voreingenommen heit des Spießbürgers, der in ihr eine Abnormität sucht“. 1931 verstarb sie in der Dresdener Frauenklinik. 1953 erschien die deutsche Fassung ihres autobiografischen Berichts unter dem Titel „Wandlung – eine Lebens beichte“. 2015 widmete sich der Hollywood-Film „The Danish Girl“ ihrer Geschichte. Am 22. April 2016 wurde ihre Grabstätte auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden wiedererrichtet.

Mehr Infos zu Lili Elbe finden Sie auf der Website der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Dr. Magnus Hirschfeld

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(1868–1935) war Mitbegründer der weltweit ersten Homosexuellenbewegung, des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK). Als Homosexueller, als Sozialist und als Jude war ergleich dreifach im Visier der National sozialisten: Sie plünderten und schlossen am 6. Mai 1933 sein Institut für Sexual wissenschaft in Berlin, Hirschfeld floh ins Exil in die Schweiz und nach Frankreich. Seine Weltkarriere als Arzt und Sexual forscher begann 1894 in Magdeburg. In Filmen und Dokumentationen wird Hirschfeld auch als „Einstein des Sex“ bezeichnet.

Mehr Infos zu Magnus Hirschfeld finden Sie auf der Website der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Hilde Radusch

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(1903–1994) ist eine Leitfigur der antifaschistischen und lesbisch-feministischen Bewegung in Deutschland. Sie wuchs in Weimar auf. 1933 wurde sie als kommunistische Politikerin verfolgt und inhaftiert. 1945 baute sie in Berlin die Hilfsstelle für die Opfer des Faschismus auf und war Mitgründerin des Berliner Frauenbundes. Seit den 1970er Jahren engagierte sie sich in der Neuen Frauen- und Lesbenbewegung gegen Diskriminierung und Zwänge, die sie als Frau und als Lesbe erfuhr.

Mehr Infos zu Hilde Radusch finden Sie auf der Website der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.